

Darum geht's
Die genaue Ausrichtung des Kniedrehpunktes ist entscheidend, um Scherkräfte zu vermeiden.
Kniedrehpunkt und anatomischer Gelenkdrehpunkt müssen exakt übereinstimmen.
Streckung und Beugung werden mit zwei separaten Drehknöpfen individuell limitiert.
Zwischen Bein und Auflage gehört stets ein Tuch, auch wenn es in Werbematerial weggelassen wird.
Die korrekte Einstellung der ARTROMOT K1 Kniebewegungsschiene (Kinetec) ist entscheidend für eine sichere und wirksame CPM-Therapie nach Knieoperationen. Diese Anleitung richtet sich an Fachpersonal, das Patienten zu Hause oder im klinischen Umfeld mit dem Gerät versorgt, und begleitet das offizielle Video-Tutorial von WINTER Medizintechnik mit einer strukturierten Schritt-für-Schritt-Übersicht.
Schritt 1: Vorbereitung und Messung
📍 Video-Zeitstempel: 0:00 – 1:10
Patientenpositionierung
Positionieren Sie den Patienten auf einer nicht allzu weichen Unterlage. Die Therapie sollte immer im Liegen erfolgen. Eine zu weiche Unterlage kann die Geräteeinstellung verfälschen und den Therapieerfolg beeinträchtigen.
Oberschenkellänge messen
Messen Sie die Länge des Oberschenkels zwischen dem grossen Trochanter und der Kniemitte. Notieren Sie den gemessenen Wert, da er für die spätere Geräteeinstellung benötigt wird.
Gerät vorbereiten
Schliessen Sie das Stromkabel am Gerät und an der Wandsteckdose an.
Schalten Sie den Hauptschalter ein.
Lassen Sie das Gerät bis zur Einstellposition laufen (im hinteren Bereich der vorderen blauen Plastikabdeckung).
Stellen Sie an der Oberschenkelskala den gemessenen Wert der Oberschenkellänge ein.
Fahren Sie das Gerät in die volle Streckung auf ca. 0°.
Wählen Sie vorerst eine Geschwindigkeit von etwa 35 %.
Fussschale positionieren
Stellen Sie die Fussschale in die aufrechte Position.
Spannen Sie die Fussschale ein wenig vor.
Schieben Sie die Unterschenkellänge zunächst auf das Maximum.
Ziehen Sie die Schrauben noch nicht an.
Hinweis: Die Schrauben werden erst angezogen, nachdem das Bein des Patienten korrekt positioniert ist (siehe Schritt 2).
Schritt 2: Einstellung am Patienten
📍 Video-Zeitstempel: 1:11 – 2:38
Bein positionieren
Legen Sie das Bein des Patienten auf die Beinauflagen, sodass die Kniemitte zwischen den beiden Kniedrehpunkten des Gerätes liegt.
Halten Sie den Unterschenkel noch hoch und schieben Sie den Fussteil zur Ferse.
Ziehen Sie die beiden Schrauben fest.
Beinschalen einstellen
Stellen Sie die Höhe der Beinschalen (Unterschenkel und Oberschenkel) so ein, dass die Auflagen nur einen leichten Kontakt mit dem Bein haben. Das Bein sollte ohne Druck aufliegen.
Wichtig: Vergewissern Sie sich, dass Unterschenkel und Oberschenkel parallel zu den beiden seitlichen Rohren der Beinauflagenbefestigung liegen.
Bewegungsumfang einstellen

Einstellung | Drehknopf | Funktion |
|---|---|---|
Maximale Streckung (Extension) | Oberer linker Knopf | Limitiert die maximale schmerzfreie Streckung |
Maximale Beugung (Flexion) | Oberer rechter Knopf | Limitiert die maximale schmerzfreie Beugung |
Vorgehen:
Limitieren Sie mit dem oberen linken Knopf die maximale schmerzfreie Streckung.
Schalten Sie das Gerät ein und lassen Sie es bis in die maximale schmerzfreie Beugung des Patientenbeines laufen.
Limitieren Sie mit dem oberen rechten Drehknopf die maximale Beugung.
Sonderfall: Eingeschränkte Streckung
Falls der Patient sein Bein noch nicht voll durchstrecken kann:
Lassen Sie das Gerät so weit in die Beugung laufen, dass bei maximal möglicher schmerzfreier Streckung der Unterschenkel und Oberschenkel parallel zu den Stangen liegen.
Passen Sie bei Bedarf die Höhe der Unterschenkel- und Oberschenkelschalen an, sodass das Bein ohne Druck aufliegt.
Hygiene: Zu Demonstrationszwecken wurde im Video auf eine Abdeckung der Beinauflagen verzichtet. In der Praxis sollte jedoch stets ein Tuch auf die Beinauflagen gelegt werden.
Schritt 3: Kontrolle der Einstellung
📍 Video-Zeitstempel: 2:39 – 3:18
Die Kontrolle der Geräteeinstellung kann effektiv nur bei einer höheren Beugung erfolgen. Idealerweise bei 90° Flexion.
Tipp: Falls diese Beugung beim betroffenen Bein noch nicht möglich ist, kann die Kontrolle auch am gesunden Bein durchgeführt werden.
Kontrollkriterien bei 90° Beugung

Beobachtung | Korrekturmassnahme |
|---|---|
Kniegelenk sitzt höher als die beiden schwarzen Gelenke des Gerätes | Oberschenkellänge erhöhen |
Kniegelenk liegt tiefer als die beiden schwarzen Gelenke des Gerätes | Oberschenkellänge reduzieren |
Beide Gelenke liegen bei 90° parallel | Einstellung ist korrekt ✓ |
Das Ziel ist, dass die Drehachse des Kniegelenks und die Drehachse des Gerätes bei 90° Beugung auf gleicher Höhe liegen und parallel zueinander stehen.
Schritt 4: Wichtige Hinweise
📍 Video-Zeitstempel: 3:19 – 3:33
Position der hinteren Beinschale
Achten Sie darauf, dass die hintere Beinschale nicht zu tief sitzt. Sie sollte auf keinen Fall vor die verchromte Strebe fallen. Eine falsch positionierte Beinschale kann die Therapie beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu einer Fehlbelastung führen.
Gerät nach der Therapie ausschalten
Nach Beendigung jeder Therapieeinheit sollte das Gerät am Hauptschalter ausgeschaltet werden.
Schritt 5: Tastensperre aufheben
📍 Video-Zeitstempel: 3:34 – 3:42
Die ARTROMOT K1 besitzt eine Tastensperre, um unbeabsichtigte Veränderungen der Einstellungen zu verhindern.
So heben Sie die Tastensperre auf:
Drücken Sie gleichzeitig die beiden linken Knöpfe für einige Sekunden. Die Sperre wird aufgehoben und die Einstellungen können wieder verändert werden.
Schnellübersicht: Einstellparameter
Parameter | Beschreibung | Richtwert / Hinweis |
|---|---|---|
Oberschenkellänge | Grosser Trochanter bis Kniemitte | Individuell messen |
Geschwindigkeit | Anfangsgeschwindigkeit der Bewegung | Ca. 35 % |
Streckung (Extension) | Oberer linker Drehknopf | Schmerzfreier Maximalwert |
Beugung (Flexion) | Oberer rechter Drehknopf | Schmerzfreier Maximalwert |
Fussschale | Position und Vorspannung | Aufrecht, leicht vorgespannt |
Unterschenkellänge | Abstand Kniemitte bis Ferse | Zunächst auf Maximum, dann anpassen |
Beinschalen-Höhe | Kontakt mit Ober-/Unterschenkel | Nur leichter Kontakt, kein Druck |
Checkliste vor Therapiebeginn
Patient liegt auf nicht zu weicher Unterlage
Oberschenkellänge gemessen und notiert
Stromkabel angeschlossen, Hauptschalter eingeschaltet
Oberschenkelskala korrekt eingestellt
Geschwindigkeit auf ca. 35 % gesetzt
Fussschale aufrecht positioniert und leicht vorgespannt
Kniemitte liegt zwischen den Kniedrehpunkten des Gerätes
Fussteil zur Ferse geschoben und Schrauben festgezogen
Beinschalen haben nur leichten Kontakt (kein Druck)
Ober- und Unterschenkel parallel zu den seitlichen Rohren
Extension limitiert (oberer linker Knopf)
Flexion limitiert (oberer rechter Knopf)
Kontrolle bei 90° Beugung durchgeführt (oder am gesunden Bein)
Hintere Beinschale sitzt nicht vor der verchromten Strebe
Tuch auf den Beinauflagen platziert




