
Darum geht's
Mit Schiene hoben Patienten den Arm 12 Tage früher auf Schulterhöhe.
Die Schmerzen unter Belastung gingen schneller zurück.
Im Schnitt 21 Tage weniger lang krankgeschrieben.
Entscheidend ist der Start in den ersten 3 Tagen nach der OP.
Zwölf Tage. So viel früher konnten Patientinnen und Patienten nach einer Rotatorenmanschetten-OP ihren Arm wieder aus eigener Kraft auf Schulterhöhe heben, wenn sie zusätzlich zur Physiotherapie eine Schulter-Bewegungsschiene nutzten. Das zeigt eine randomisierte Studie aus Deutschland. Viele Alltagsbewegungen, etwa beim Anziehen oder Haarekämmen, hängen genau davon ab.
Was untersucht wurde
Nach einer Rotatorenmanschetten-OP stellen sich viele Betroffene dieselbe Frage: Wann kann ich den Arm wieder selbst heben? Genau das hat ein Team um den Kölner Orthopäden Dr. Jörn Michael untersucht.
55 Patientinnen und Patienten mit genähter Supraspinatussehne wurden per Los in zwei Gruppen eingeteilt. Alle bekamen dieselbe Physiotherapie. Eine Gruppe nutzte zusätzlich eine motorisierte Schulter-Bewegungsschiene, zuerst in der Klinik und dann bis sechs Wochen nach der OP zu Hause. Unabhängige Untersucher, die nicht wussten, wer in welcher Gruppe war, prüften, wann der Arm wieder aus eigener Kraft seitlich auf 90 Grad ging.
Die Ergebnisse
12 Tage früher beweglich: Mit Schiene ging der Arm im Schnitt nach 31 Tagen wieder auf Schulterhöhe, nur mit Physiotherapie erst nach 43 Tagen. Der Unterschied ist statistisch signifikant.
Schneller weniger Schmerzen: Die Schmerzen unter Belastung gingen mit Schiene früher zurück.
Früher zurück bei der Arbeit: Mit Schiene waren die Patienten im Schnitt 21 Tage weniger lang krankgeschrieben.
Sicher zu Hause: Niemand hatte Probleme mit der Bedienung. Weder in der Klinik noch zu Hause kam es bei der Anwendung zu Verletzungen, Muskelkrämpfen oder Spasmen.
Spannend ist auch: In der Schienengruppe waren eher die schwereren Fälle, mit grösseren Sehnenschäden und mehr Muskelschwund. Trotzdem kam sie schneller voran.
Warum der frühe Start zählt
Laut den Autoren ist ein früher Start entscheidend, möglichst in den ersten drei Tagen nach der OP. In dieser Zeit bildet sich im Gelenk neues Gewebe, das die Schulter steif machen kann.
Darum lohnt es sich, die Schiene schon vor der OP zu organisieren. Die WINTER Medizintechnik AG liefert Schulter-Bewegungsschienen in der Schweiz direkt zu Ihnen nach Hause, stellt sie ein und erklärt die Bedienung. Alles zur Miete finden Sie beim Mietservice für Schulterschienen.
Fazit
Die Schiene ersetzt die Physiotherapie nicht. Zusammen mit ihr brachte sie den Arm in dieser Studie aber fast zwei Wochen früher zurück auf Schulterhöhe. Eine neuere Studie zeigt ausserdem, dass die Schulter-Bewegungsschiene sicher und passiv bewegt, auch wenn sie zu Hause nicht ganz exakt eingestellt ist. Mehr dazu im Studienreview zur Sicherheit der Schulter-Bewegungsschiene.
Häufige Fragen
Ersetzt die Schiene die Physiotherapie?
Nein. In der Studie kam sie zusätzlich zur Physiotherapie zum Einsatz. Genau diese Kombination brachte den Vorteil.
Wie lange nutzt man die Schiene?
In der Studie bis sechs Wochen nach der OP, zu Hause rund zweieinhalb Stunden pro Tag, verteilt auf mehrere Einheiten. Wie lange es bei Ihnen ist, legt Ihr Behandlungsteam fest.
Gilt das für jede Schulter-OP?
Untersucht wurden genähte, vollständige Risse der Supraspinatussehne. Aus unserer Erfahrung mit über 30’000 Patientinnen und Patienten sehen wir in der Praxis aber dasselbe auch nach anderen Schulteroperationen: Wer früh mit der Schiene startet, wird schneller wieder beweglich.
Quelle: Michael JW-P, König DP, Imhoff AB et al. Effektivität der postoperativen Behandlung mittels motorisierter Bewegungsschienen (CPM) bei Patienten mit Ruptur der Rotatorenmanschette. Zeitschrift für Orthopädie 2005; 143: 438-445. DOI: 10.1055/s-2005-836806
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.





