

Darum geht's
Der 8er entsteht aus Abduktion/Adduktion plus Anteversion/Retroversion, ganz ohne Rotation.
Rotation ist kein Vorteil: Sie kann die frisch operierte Naht im schlimmsten Fall aufreissen.
ARTROMOT-S3 und Kinetec Centura können den 8er nicht, obwohl beide zwei Motoren haben.
Zwei Motoren bedeuten nicht automatisch bessere Therapie, es kommt auf die richtigen Achsen an.
WINTER Medizintechnik setzt im Mietservice auf die S Classic, im Klinikverkauf auf die S4.
Die entscheidende Frage beim Schulter-Bewegungsschiene Vergleich ist nicht, wie viele Motoren ein Gerät hat. Sie lautet: Kann das Gerät die Achterbewegung fahren? Wer das versteht, trifft die richtige Wahl für die Zeit nach einer Schulteroperation.
Was bedeuten die Bewegungsachsen einer Schulterschiene?
Schulter-CPM-Geräte (Continuous Passive Motion, zu Deutsch: kontinuierliche passive Bewegung) führen den operierten Arm automatisch durch definierte Bewegungen. Dabei gibt es vier relevante Achsen:
Abduktion/Adduktion: Der Arm wird seitlich vom Körper weggeführt und wieder herangebracht.
Anteversion/Retroversion: Der Arm wird nach vorne und nach hinten geführt.
Innen-/Aussenrotation: Der Arm dreht sich um die eigene Längsachse.
Elevation: Der gestreckte Arm wird nach oben geführt.
Welche dieser Achsen ein Gerät kombiniert, bestimmt den therapeutischen Wert. Und genau hier trennen sich die Geräte fundamental.
Was ist die Achterbewegung, und warum ist sie so wichtig?

Die Achterbewegung (kurz: der 8er) entsteht, wenn ein Gerät Abduktion/Adduktion und Anteversion/Retroversion gleichzeitig kombiniert. Der Arm beschreibt dabei eine grosse, fliessende Acht über mehrere Ebenen. Diese weite, kontinuierliche Bewegung unterstützt die Lymphdrainage effektiv und ist therapeutisch wirksam.
Der 8er ist das Qualitätsmerkmal bei der passiven Schulterrehabilitation. Er entsteht aus Abduktion/Adduktion kombiniert mit Anteversion/Retroversion, ganz ohne Rotation, also nahtschonend und sicher.
Das ist der Kern des Vergleichs. Geräte, die nur Abduktion/Adduktion mit Rotation kombinieren, können diese Bewegung nicht erzeugen, egal wie viele Motoren verbaut sind.
Wie die ARTROMOT-S die Schulter passiv bewegt und wie der 8er dabei aussieht, zeigt das Video von WINTER Medizintechnik:
Warum Rotation nach einer Schulter-OP ein Risiko ist
Motorische Innen-/Aussenrotation kann die frisch operierte Naht belasten. Im ungünstigsten Fall kann sie zum Aufreissen der Naht führen. In der Praxis ist der Rotationsmotor deshalb kein Vorteil, sondern ein Risiko.
Dazu kommt ein praktisches Problem: Patienten könnten die Rotation am Gerät selbst zuschalten. Damit geht die Kontrolle über die Bewegung verloren. Für die Schulter-CPM braucht es die Rotation therapeutisch schlicht nicht.
Die vier Geräte im direkten Vergleich
Gerät | Abduktion / Adduktion | Anteversion / Retroversion | Rotation | 8er möglich |
|---|---|---|---|---|
Ja | Ja | Nur als nie genutztes Modul | JA | |
Ja | Ja | Ja (abstellbar) | JA | |
Ja | Nein | Ja (PNF-gekoppelt) | NEIN | |
Kinetec Centura (2 Motoren) | Ja | Nein | Ja | NEIN |
ARTROMOT-S Classic: sicher, einfach, genau richtig

Die ARTROMOT-S Classic verfügt über Abduktion/Adduktion und Anteversion/Retroversion. Damit fährt sie den vollen 8er. Rotation gab es zwar als optionales drittes Motormodul (zusammen mit Elevation), aber in der Praxis wollte das niemand, und es wurde nie eingesetzt.
Das Gerät tut genau das, was es soll: Es macht die therapeutisch sinnvolle Bewegung, ohne unnötige Achsen, die eine Naht gefährden könnten. WINTER Medizintechnik setzt die S Classic im Mietservice ein, weil sie für Patienten zuhause sicher und einfach handhabbar ist.
ARTROMOT-S4: voller Funktionsumfang für Fachpersonen

Die ARTROMOT-S4 kann alle drei Achsen: Abduktion/Adduktion, Anteversion/Retroversion und Rotation. Da immer nur zwei Motoren gleichzeitig laufen, wählt man im klinischen Alltag die zwei therapeutisch sinnvollen Achsen und stellt die Rotation ab. Das Ergebnis ist exakt dieselbe Achterbewegung wie bei der S Classic.
Der Unterschied: Die S4 hat den vollen Funktionsumfang als Reserve, wenn unter fachlicher Aufsicht eine erweiterte Bewegung indiziert ist. Deshalb empfiehlt WINTER Medizintechnik die S4 für den Verkauf an Spitäler und Praxen, wo geschultes Personal die Einstellungen kontrolliert.
Einen detaillierten Blick auf den Vergleich zwischen ARTROMOT-S3 und S4 bietet der entsprechende Blogartikel von WINTER Medizintechnik.
ARTROMOT-S3: eingeschränkte Bewegung mit dem falschen Zusatz

Die ARTROMOT-S3 kombiniert Abduktion/Adduktion mit Rotation. Die Rotation ist dabei nach dem physiotherapeutischen PNF-Muster gekoppelt: Abduktion geht mit Aussenrotation, Adduktion mit Innenrotation einher.
Das klingt nach einem durchdachten System. Das Problem: Anteversion/Retroversion fehlt. Die S3 kann den 8er nicht fahren. Setzt man sie sicher ein und deaktiviert die Rotation, bleibt nur eine eingeschränkte Bewegung. Die einzige zusätzliche Achse ist ausgerechnet die riskante Rotation. Das Ergebnis ist eine kleinere Bewegung mit schwächerer Lymphdrainage und weniger therapeutischer Wirkung.
Kinetec Centura (2 Motoren): dasselbe Problem wie die S3

Die Kinetec Centura (2 Motoren) funktioniert nach demselben Prinzip wie die S3: Abduktion/Adduktion plus ein zweiter Motor für die Rotation. Bei der älteren Kinetec-Version war das noch eine eingehängte Schnur, bei der Centura ist es ein echter Motor.
An der therapeutischen Einschränkung ändert sich nichts: Anteversion/Retroversion fehlt. Der 8er ist nicht möglich. Die Nachteile sind identisch mit denen der S3, also kleinere Bewegungsamplitude, schwächere Lymphdrainage, und der Risikofaktor Rotation ist weiterhin vorhanden.
Welche Schiene für wen? Die klare Empfehlung
Nicht die Zahl der Motoren entscheidet über die Qualität, sondern welche Bewegung das Gerät im Alltag tatsächlich fährt. Abduktion/Adduktion plus Anteversion/Retroversion schlägt Abduktion/Adduktion plus Rotation.
Patienten im Homecare-Einsatz: Die ARTROMOT-S Classic ist die richtige Wahl. Sie ist sicher, einfach zu bedienen, und sie fährt den therapeutisch entscheidenden 8er.
Spitäler und Praxen: Die ARTROMOT-S4 bietet im Alltag dieselbe Achterbewegung, hat aber den vollen Funktionsumfang in Reserve für spezialisierte klinische Anwendungen unter Fachaufsicht.
ARTROMOT-S3 und Kinetec Centura (2 Motoren): Weniger geeignet für die Schulter-CPM, weil ihnen die Anteversion/Retroversion fehlt und damit der 8er nicht möglich ist.
Wer sich für den Mietservice für Schulter- und andere CPM-Schienen interessiert, findet bei WINTER Medizintechnik eine direkte Beratung zu Indikation und Geräteauswahl. Für Fachpersonen lohnt sich ausserdem ein Blick auf das Videomaterial zu den Geräten, um die Bewegungsabläufe direkt zu vergleichen.
FAQ: Häufige Fragen zur Schulter-Bewegungsschiene
Was ist der Unterschied zwischen ARTROMOT-S3 und S4?
Die S4 hat drei Achsen inklusive Anteversion/Retroversion und kann damit den 8er fahren. Die S3 kombiniert stattdessen Abduktion/Adduktion mit Rotation nach dem PNF-Muster und kann den 8er nicht. Für die Schulter-CPM ist die S4 die therapeutisch wirksamere Wahl.
Ist Rotation bei einer Schulterschiene nach einer OP gefährlich?
Motorische Rotation kann die frisch operierte Naht belasten und im ungünstigsten Fall zum Aufreissen führen. Für die passive Schulterrehabilitation wird sie therapeutisch nicht benötigt. Bei der S4 lässt sich die Rotation abstellen; in der Praxis wählt man die zwei therapeutisch sinnvollen Achsen.
Was genau ist die Achterbewegung?
Die Achterbewegung entsteht, wenn Abduktion/Adduktion und Anteversion/Retroversion gleichzeitig kombiniert werden. Der Arm beschreibt eine grosse Acht über mehrere Ebenen. Diese weiträumige, kontinuierliche Bewegung unterstützt die Lymphdrainage und ist nahtschonend, da keine Rotation stattfindet.
Warum kann die Kinetec Centura den 8er nicht fahren?
Die Kinetec Centura (2 Motoren) kombiniert Abduktion/Adduktion mit Rotation. Anteversion/Retroversion ist nicht vorhanden. Ohne diese zweite Translationsachse ist der 8er nicht möglich, unabhängig davon, wie viele Motoren das Gerät hat.
Wann brauche ich eine Schulter-CPM-Schiene?
Schulter-CPM-Geräte kommen für die passive Schulterbewegung nach einer Operation zum Einsatz. Die genaue Indikation und der Therapiebeginn werden vom behandelnden Arzt oder der Physiotherapeutin festgelegt.






